Home  |  Impressum  |  Sitemap
Quelle: pexels.com

Visum für Ehegatten von Deutschen

Ehegatten, minderjährige Kinder von Deutschen sowie auch die Elternteile von minderjährigen Deutschen haben Anspruch auf Erteilung eines Familienzusammenführungsvisums und anschließend auf eine Aufenthaltserlaubnis.
Ein Visum können auch diejenigen Personen erhalten, die unmittelbar nach der Einreise eine Deutsche oder einen Deutschen heiraten (Visum zum Zwecke der Eheschließung).

 

Der Ehegatte/Die Ehegattin eines Deutschen erhält die Aufenthaltserlaubnis unter den folgenden Voraussetzungen:
  • Es handelt sich um eine gültige Ehe: Eine Ehe ist dann gültig, wenn die beiden Partner miteinander verheiratet sind und eine Heiratsurkunde vorgelegt werden kann. Es ist auch möglich, ein Visum zur Eheschließung zu erhalten. Dann muss das Standesamt in Deutschland bestätigen, dass die Eheschließung in Deutschland zeitnah nach der Einreise stattfinden kann. Hierzu müssen beim Standesamt in Deutschland die notwendigen Unterlagen zur Eheschließung vorgelegt werden.
  • Es handelt sich um eine eheliche Lebensgemeinschaft: Es muss das Führen einer ehelichen Lebensgemeinschaft in Deutschland geplant sein. Die Visastelle und die Ausländerbehörde prüfen sehr genau, ob es sich nur um eine sog. „Scheinehe“ oder sogar um eine „Zwangsehe“ handelt. Oft wird der Visaantragssteller bei der Visastelle und der Ehepartner bzw. Verlobte bei der deutschen Ausländerbehörde gleichzeitig befragt. Durch diese Befragung soll festgestellt werden, inwieweit sich die Verlobten/Eheleute kennen und ob es sich um eine ernsthafte Beziehung handelt.
  • Man hat A1 – Deutschkenntnisse: Ein Visum zum Ehegattennachzug erhält man nur, wenn man einfache Deutschkenntnisse auf dem Niveau A 1 nachweisen kann. Dazu muss man die Prüfung beim Goethe-Institut, bei Telc, bei ÖSD oder bei TestDaF bestanden haben. Hier finden Sie

  • Die Finanzierung des Lebensunterhalts ist gesichert: Wenn eine Person mit einem Deutschen verheiratet ist, sollte der Erhalt eines Visums und der Aufenthaltserlaubnis auch dann möglich sein, wenn kein ausreichendes eigenes Einkommen zur Verfügung steht. Nach dem Gesetz funktioniert der Ehegattennachzug zu einem Deutschen/einer Deutschen auch dann, wenn man „Sozialhilfe“/„Hartz-IV-Leistungen“ benötigt. In der Praxis kann es vorkommen, dass die Ausländerbehörde dem Visum dann leichter zustimmt, wenn nachgewiesen ist, wie der Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln gesichert werden kann. Wir empfehlen daher, vor Beantragung des Visums über eine Beratungsstelle Kontakt mit der Ausländerbehörde aufzunehmen und mit dieser abzusprechen, was sie benötigt, damit sie dem Visum unproblematisch zustimmen kann. 
    Hinweis: Seit 2007 kann aber ein ausreichendes Einkommen verlangt werden, wenn dem deutschen Ehepartner auch zugemutet werden könnte, im Land des Ehepartners zu leben. Auch Ihr Einkommen, das Sie in Deutschland verdienen werden, kann berücksichtigt werden. Diese Regelung ist rechtlich umstritten; in der Praxis kann es sinnvoll sein, ausreichendes Einkommen bei beiden nachzuweisen.
  • Ein gültiger Pass liegt vor: Für die Ausstellung des Visums bzw. später der Aufenthaltserlaubnis in Deutschland wird ein gültiger Reisepass, der noch mindestens 1 Jahr gültig ist, benötigt. Langfristig günstiger ist es jedoch, gleich einen Pass für
    einen längeren Zeitraum zu beantragen.
  • Es liegt keine Einreisesperre vor: Falls eine Person schon einmal in Deutschland oder einem anderen Schengen-Staat war (z.B. im Kontext eines Asylverfahrens), so darf diese nicht abgeschoben worden sein, ebenso darf keine „Ausweisung“ erfolgt sein, da in diesen Fällen eine Einreisesperre vorhanden ist. Wenn eine Person nach der Versagung der Aufenthaltserlaubnis „freiwillig“ ausgereist ist, ist dies meistens unproblematisch, sofern es zu keiner „Ausweisung“ gekommen ist. Wenn jemand eine gesetzte Ausreisefrist nicht eingehalten hat, kann seit August 2015 ebenfalls eine Einreisesperre verhängt werden. Bei Asylbewerbern aus den sog. „sicheren Herkunftsländern“ (West-Balkan-Staaten), wird seit Mitte 2015 die Asylablehnung als „offensichtlich unbegründet“ (sowie teilweise sogar das Abwarten des Entscheids) ebenfalls mit einer Einreisesperre verbunden. In solchen Fällen muss im Einzelfall geprüft werden, welche „Einreisesperren“ beseitigt werden müssen. Auch Schengen-Ausschreibungen aus anderen EU-Staaten können in der Praxis ein Problem darstellen (z. B. beim Versuch einer illegalen Einreise oder einer Überschreitung der Gültigkeit eines Visums).
  • Es liegt kein Ausweisungsgrund vor: Es darf kein Ausweisungsgrund vorliegen (etwa eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, z. B. wegen Straftaten).
  • Das Visumsverfahren wird eingehalten: Wenn eine Familienzusammenführung geplant ist, die Person aber nicht mit einem Visum zur Familienzusammenführung nach Deutschland einreist, kann derjenige keine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhalten, selbst wenn er/sie die anderen Voraussetzungen für das Visum erfüllt. Das gleiche Problem hat die Person auch dann, wenn sie z. B. mit einem Touristen-/Besuchervisum oder dem grünen Pass (für einen Besuchsaufenthalt bis zu 3 Monaten) visumsfrei einreist.

Es empfiehlt sich, dass unsere Beratungsstellen bereits im Vorfeld Kontakt mit der zuständigen Ausländerbehörde aufnehmen.