Schule

 

Wie funktioniert das Schulsystem?  

Es gibt etwa 32.000 allgemeinbildende Schulen in Deutschland. Grundschulen gibt es häufig auch in kleinen Dörfern, für weiterführende Schulen müssen die Kinder manchmal bis in die nächste Stadt fahren. Der Unterricht fängt meistens gegen 8 Uhr an und endet mittags oder am frühen Nachmittag. Bei älteren Schüler*innen kann der Unterricht auch mal länger dauern und endet spätestens gegen 17 Uhr. Es gibt aber immer mehr Ganztagsschulen, in denen die Kinder auch am Nachmittag betreut werden können. Das Schuljahr beginnt im August oder September und endet im Juni oder Juli. Es gibt Sommerferien, Herbstferien, Weihnachtsferien und Osterferien, in manchen Bundesländern auch noch Winter- oder Pfingstferien. 
Staatliche Schulen sind kostenlos. 
Es gibt sehr viele verschiedene Fächer. Deutsch und Mathe gehören von Beginn an dazu. Auch Naturwissenschaften und Fremdsprachen, Kunst und Musik werden unterrichtet. Später kommen noch Fächer wie Geschichte oder Gemeinschaftskunde dazu. Auch Sport (inklusive Schwimmen) und Religionsunterricht gehören immer dazu. Wer nicht am Religionsunterricht teilnehmen möchte, kann stattdessen Ethik wählen. Ab einem bestimmten Alter können die Schüler*innen bestimmte Fächer nach Interessen wählen – dieses Angebot variiert von Schule zu Schule. 
In Deutschland sind die Bundesländer für das Schulwesen zuständig. Deshalb gibt es 16 verschiedene Systeme. Der Grundaufbau ist aber trotzdem überall sehr ähnlich. 

 
 

Grundschule

 

Ab 6 Jahren sind Kinder in Deutschland schulpflichtig. Das heißt, dann müssen sie eine öffentliche oder private Schule besuchen. Nur Unterricht zu Hause ist nicht möglich. Die Grundschule dauert in der Regel 4 Jahre, in Berlin und Brandenburg 6 Jahre. Zeugnisse bekommen die Kinder von Anfang an, zuerst meist schriftliche Beurteilungen, später dann Noten von 1 bis 6, wobei 1 die beste Note ist und eine 4 nötig ist, um zu bestehen. 

Sekundarstufe 


Nach der 4. Klasse gehen die Kinder nicht weiter alle gemeinsam auf eine weiterführende Schule, sondern müssen sich zwischen verschiedenen Schulformen entscheiden: 
 
Die Hauptschule geht von der 5. bis zur 9. (manchmal auch 10.) Klasse. Hier werden mehr praktische Fächer unterrichtet, z.B. Werken oder Kochen, als beispielsweise auf dem Gymnasium. Am Ende absolvieren die Schüler*innen eine mündliche Prüfung und drei schriftliche Prüfungen, in Deutsch, Mathematik und Englisch, und erwerben so einen Hauptschulabschluss. Mit diesem kann man in der Regel eine Berufsausbildung machen. 
Die Realschule umfasst die 5. bis 10. Klasse. Auch hier spielen praktische Fächer eine große Rolle. Oft kann aber auch z.B. eine zweite Fremdsprache gewählt werden. Am Ende der 10. Klasse steht die Realschulprüfung an. Nach einer mündlichen Prüfung und schriftlichen Prüfungen in Deutsch, Mathe und Englisch erwerben die Schüler*innen den Realschulabschluss, die „mittlere Reife“. Bei einem bestimmten Notendurchschnitt gilt er als „qualifizierter Realschulabschluss“. Nun stehen verschiedene Möglichkeiten offen: eine Berufsausbildung oder der Besuch einer „Fachoberschule“, an der man neben allgemeinbildenden Fächern auch fachpraktische Fähigkeiten erlernt. Ein qualifizierter Realschulabschluss berechtigt zum Besuch eines beruflichen Gymnasiums, an dem die fachgebundene Hochschulreife erworben werden kann oder zum Besuch der gymnasialen Oberstufe, an der die allgemeine Hochschulreife erworben wird. 
Sind die Leistungen eines Kindes entsprechend, kann es auch auf ein Gymnasium gehen. Die Mittelstufe dauert 5 oder 6 Jahre – das unterscheidet sich je nach Schule und Bundesland. Daran schließt sich die gymnasiale Oberstufe, die 3 Schuljahre umfasst. Hier wird viel Wert auf theoretisches Wissen gelegt. In der Oberstufe haben die Schüler*innen deutlich mehr Möglichkeiten, Fächer nach ihren Interessen zu wählen, bestimmte Fächer sind aber immer vorgeschrieben. Nach 12 oder 13 Jahren Schulzeit kann der höchste deutsche Schulabschluss erworben werden: das Abitur. Es müssen mündliche und schriftliche Prüfungen abgelegt werden. 
In vielen Bundesländern gibt es auch Gesamtschulen, die iedie drei Schulformen kombinieren. .Oft werden die Klassen in einzelnen Fächern z.B. fig gehen hier die Kinder bis zum 6. oder 8. Schuljahr gemeinsam in eine Klasse und nur in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch werden sie nach Leistungen aufgeteilt. An Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe können alle (schulischen) Bildungsabschlüsse erworben werden. 
Für Kinder, die aufgrund von einer Behinderung individuellere Unterstützung benötigen, gibt es gesonderte Förderschulen.
 



 
Auch die Eltern können die Schule mitgestalten: An allen Schulen gibt es Vertretungen der Eltern, sogenannte Elternbeiräte. Sie können sich für bestimmte Veränderungen einsetzen und haben eine Stimme in der Schulkonferenz. Außerdem gibt es Elternabende, an denen der oder die Klassenlehrer*in aktuelle Informationen mitteilt oder Themen, wie z.B. Klassenfahrten, besprochen werden. 

 
Schule - Links
Informationen rund um das deutsche Schulsystem finden Sie unter anderem auf folgenden Seiten:
 
Die Darstellung des Schulsystems hier ist sehr vereinfacht. Folgende Übersicht der Kultusministerkonferenz bietet einen vollständigeren Überblick:
Bitte beachten Sie:
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