Studium

 

Wie funktioniert das Studium in Deutschland?


In Deutschland gibt es über 20.000 Studiengänge, davon fast 1.800 internationale, meist englischsprachige Angebote an fast 400 Hochschulen. Von den rund 2,9 Millionen Studierenden kommen etwa 400.000 aus dem Ausland. Sie studieren an Universitäten, Fachhochschulen (Universities of Applied Sciences) oder an Kunst-, Film- oder Musikhochschulen. Als Abschluss streben sie einen Bachelor, einen Master, ein Staatsexamen oder einen Doktorgrad an. Es gibt ein breites Fächerspektrum: Agrar- und Forstwissenschaften, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Kunst, Musik, Design, Lehramt, Mathematik und Naturwissenschaften, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften oder Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.

An staatlichen Universitäten gibt es keine Studiengebühren. Sie müssen lediglich einen Semesterbeitrag bezahlen, mit dem ein Semesterticket, also ein Zugticket für den öffentlichen Nahverkehr in der Region, sowie Sozialbeiträge für die Studierendenschaft und das Studentenwerk finanziert werden.

Das Jahr ist in zwei Semester unterteilt: in das Wintersemester, das in der Regel vom 01. Oktober bis 31. März läuft, und das Sommersemester vom 01. April bis 30. September. Bei den Fachhochschulen fängt das Semester oft einen Monat früher an. Jeweils am Ende dieser Semester liegen die Semesterferien. In dieser Zeit finden keine Vorlesungen statt, manchmal müssen aber Klausuren oder Hausarbeiten geschrieben werden.

 
  • Einen Schulabschluss mit Hochschulzugangsberechtigung (meist: Abitur)
  • Eine Zulassung zur Hochschule
  • Sprachkenntnisse: bei einem deutschen Studiengang gute Deutschkenntnisse, bei internationalen Studiengängen meist englische Sprachkenntnisse
  • Einen Finanzierungsnachweis
  • Ein Visum
  • Eine Krankenversicherung (diese braucht man schon für die Beantragung der Aufenthaltserlaubnis und die Einschreibung an der Hochschule)
 
Bei der Zulassungsdatenbank des DAAD oder bei „anabin“ kann man schauen, ob der Schulabschluss für einen direkten Hochschulzugang ausreicht. Wenn nicht, können Sie ein Studienkolleg als Vorbereitung besuchen und eine Feststellungsprüfung ablegen.
Außerdem können Sie als Vorbereitung Sprachkurse oder Vorbereitungskurse besuchen, wenn sie zwar kein Studienkolleg besuchen müssen, sich aber noch nicht ganz sicher fühlen.
 
Wo Sie sich bewerben müssen, hängt davon ab, wo Sie Ihren Schulabschluss gemacht haben und welches Fach Sie studieren möchten. Es gibt drei Möglichkeiten: entweder bei hochschulstart, der Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen (uni-assist) oder bei der Hochschule selbst.
Für die Bewerbung brauchen Sie folgende Unterlagen:
  • eine amtlich beglaubigte Kopie des Zeugnisses der Hochschulreife
  • eine Fächer- und Notenübersicht (offiziell übersetzt und beglaubigt)
  • wenn vorhanden: eine amtlich beglaubigte Kopie aller bisherigen Hochschulzeugnisse
  • ein Passfoto
  • eine Kopie des Reisepasses (Namensangabe und Foto)
  • beglaubigte Kopien von Sprachnachweisen
Die Bewerbung kann Geld kosten. Bei uni-assist kostet die Zeugnisbewertung und erste Vorprüfung 75€, die Hochschule setzt selbst eine Bearbeitungsgebühr fest. Eine Bewerbung bei hochschulstart ist kostenlos.
Außerdem gelten bestimmte Fristen: die Bewerbungsfrist für das Wintersemester endet am 15. Juli, für das Sommersemester am 15. Januar.
Manche Hochschulen verlangen zusätzlich noch einen Eignungstest: den Test für Ausländische Studierende (TestAS). Dieser besteht aus einem Sprachtest, für den Sie mindestens B1 Sprachkenntnisse benötigen, einem Kerntest, in dem allgemeine Fähigkeiten für ein Studium gemessen werden und einem fachspezifischen Testmodul. Bei diesem können Sie zwischen Geistes-, Kultur und Gesellschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften wählen. Ein bestandener Test wird mit einem Zertifikat bescheinigt.
 
 

Um ein Visum für ein Studium zu bekommen, müssen Sie einen Finanzierungsnachweis vorlegen. Sie müssen mindestens 853€ im Monat bzw. 10.236€ im Jahr zur Verfügung haben, um Ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Für diesen Finanzierungsnachweis können Sie entweder Einkommens- oder Vermögensnachweise der Eltern vorlegen, jemand anderes kann eine Verpflichtungserklärung für Sie unterschreiben, Sie können ein Sperrkonto anlegen, eine Bankbürgschaft vorlegen oder Sie bekommen ein Stipendium von einem anerkannten Stipendiengeber. Über die Datenbank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) können Sie Stipendiengeber finden.

 
  • Sowohl für die Bewerbung für einen Studienplatz als auch für ein Stipendium gibt es bestimmte Fristen, die Sie beachten müssen.
  • Die Bearbeitung Ihres Visumantrags kann manchmal ein paar Monate dauern. Beantragen Sie es rechtzeitig!
  • Ihre kopierten Unterlagen müssen beglaubigt werden, manche müssen auch übersetzt werden. Dafür können weitere Gebühren anfallen. Erkundigen Sie sich, was genau verlangt wird!
  • Sie benötigen auf jeden Fall eine Krankenversicherung. Je nachdem, aus welchem Land Sie kommen, kann es sein, dass Ihre Versicherung aus dem Herkunftsland auch für Deutschland gültig ist. Wenn nicht, müssen Sie eine neue Versicherung abschließen.
 
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